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Woohyung Yang, die Leiterin der German School of Music Weimar, über ihre Ziele

„Deutsche Musik in Korea verbreiten“

Ein Interview mit Woohyung Yang, der Leiterin der German School of Music Weimar, über ihre erste Bilanz, ihre Ziele mit der Hochschule und ihre persönlichen Ziele

Piano (by Woohyung Yang)

Frau Yang, Sie leiten seit dem 1. März 2008 die German School of Music Weimar (GSMW). Wie sind Sie dazu gekommen?

Ich war 27 Jahre lang als Studentin, Musikerin und Dozentin in Wien tätig, doch mein innigster Wunsch war immer, die deutsche Musik in Korea zu verbreiten. Damals war ich ab und zu für Konzerte und Meisterkurse in Korea. Als ich dann die Stellenausschreibung las, bewarb ich mich sofort. Glücklicherweise fiel die Wahl auch auf mich.

Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus?

Vor mir war ein Professor für Betriebswissenschaft als Direktor tätig. Das brachte mit sich, dass er in Fragen der Musik nicht helfen konnte. Außerdem sprach er kein Deutsch. Das führte zu Kommunikationsproblemen. Eine unglückliche Situation. Als Musikerin fällt es mir leichter, den Gründungsgedanken einer deutschen Musikuniversität auf koreanischem Boden umzusetzen.

Mit derzeit 50 Studierenden ist die Schule noch nicht ausgelastet. Welche Ziele haben Sie für die Zukunft?

Tatsächlich sind manche Instrumentenklassen nicht voll besetzt. Das hängt damit zusammen, dass nicht viel Öffentlichkeitsarbeit geleistet wurde. Das wollen wir in Zukunft verstärken. Doch kürzlich wurden nach der Aufnahmeprüfung schon viele Plätze besetzt.

Was ist der besondere Reiz für koreanische Studienbewerber, an der German School of Music Weimar zu studieren?

Die koreanische Musikpädagogik ist sehr amerikanisch geprägt, weil die meisten Musiker und Professoren in Amerika studiert haben. Nun setzt sich das „Original“ aus Deutschland durch und die German School of Music Weimar wird davon profitieren.

Worin sehen Sie den wesentlichen Unterschied der musikalischen Ausbildung in Korea und Deutschland?

Ganz ehrlich: Den jungen koreanischen Musikern fehlen wesentliche Grundlagen in ihrer Ausbildung. Außerdem fehlen Spezialisten in der Früherziehung. Diese Lücken sind schwer zu füllen. Dagegen werden in der deutschen Musikpädagogik die individuelle Entwicklung gefördert und die grundlegenden Elemente der Musik intensiver gelehrt. Dabei wird auch sehr viel Betonung auf den lebendigen Ton gelegt. Somit wird die Musik zum Erlebnis!

Die Schule wurde 2005 gegründet. Wann gehen die ersten Absolventen ab? Und welche Berufsaussichten haben sie?

Im Frühjahr gingen bereits die ersten Absolventen ab. Fast alle leben derzeit im deutschsprachigen Raum und studieren weiter. Dort haben sie die Möglichkeit, als Solisten, Orchestermusiker oder Lehrende beziehungsweise in der Musikbranche tätig zu sein.

Sie haben eine steile Karriere vorzuweisen. Welche Ziele haben Sie noch?

Ich möchte mich in Zukunft noch mehr darauf konzentrieren, als Pianistin die deutsche klassische Musik speziell in den asiatischen Ländern zu verbreiten. In nächster Zeit sind Konzerte in Korea, Thailand und Japan geplant.

Die Fragen stellte Martin Orth

23.07.2009
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