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CrossCulture-Praktika

Das Institut für Auslandsbeziehungen verschafft jungen Menschen aus Orient und Okzident mit den CrossCulture-Praktika Einblicke in den jeweils anderen Kulturkreis.

Von Katja Winckler

Es war sein Interesse an arabischer Kultur und Musik, das ihm zwei spannende Monate in Kairo bescherte. Sebastian Blottner, 33 Jahre alt, hatte im Internet nach Austauschprogrammen gesucht. Der Onlineredakteur aus Berlin stieß dabei auf die „CrossCulture Praktika“ (CCP) des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa). Nur kurze Zeit später reiste er schon in die ägyptische Metropole – für ein Praktkum im „Egyptian Center for Culture and Arts“ (ECCA), das sich auf die Wiederentdeckung ägyptischer Volksmusik spezialisiert hat.

Das CCP-Programm unterstützt seit 2005 jährich rund 30 Berufsanfänger aus islamisch geprägten Ländern und Deutschland, vor allem Berufsanfänger. Sie kommen aus den Medien, arbeiten im Bereich Kunst und Kultur oder beschäftigen sich mit den Themen Rechtsdialog, Menschenrechte, Jugendpartizipation, Wissenschaftsgesellschaft und Bildung. „Unsere Praktika sollen diesen jungen Menschen innerhalb ihres beruflichen Kontextes die Möglichkeit geben, wichtige Erfahrungen auf mehreren Ebenen zu machen“, sagt Dr. Manuela Höglmeier, Leiterin des ifa-Programms. „Neben der beruflichen Weiterbildung gewinnen die Teilnehmer im Gastland einen Überblick über gesellschaftliche und politische Strukturen. Gerade für die Praktikanten aus den islamisch geprägten Ländern ist die Erfahrung mit westlicher Demokratie und offener Gesellschaft ein wichtiges Kernziel“. Rund 50 Organisationen in Deutschland haben bisher Stipendiaten aus Ägypten, Irak, Iran, Jemen, Marokko, Syrien und anderen islamisch geprägten Ländern betreut. Stationen waren zum Beispiel die Wochenzeitung „DIE ZEIT“ in Hamburg, Transparency International, das Hamburger Kulturzentrum Kampnagel oder die „Stiftung Wissenschaft und Politik“ in Berlin. Finanziert wird das Austauschprogramm durch das Auswärtige Amt.

Sebastian Blottner möchte die Erfahrung während seines Kairo-Aufenthaltes nicht missen. „Ich habe nicht nur meinen musiktheoretischen und -praktischen Horizont unglaublich erweitert. Auch das Interkulturelle war außerordentlich wichtig für mich“, sagt er. „Andere Lebensweisen und Strukturen kennenzulernen, ein Verständnis für einander zu entwickeln und das eigenen Handeln und Auftreten zu hinterfragen.“ Ähnlich ging es Anne-Kristin Peter. Die 28 Jahre alte freie Redakteurin und Autorin beim Kinderkanal von ARD und ZDF (KI.KA) aus Erfurt hatte im November 2006 die libanesische Journalistin Rania El Jammal, die in Katar beim Al Jazeera Children’s Channel arbeitet und am CCP teilnahm, in der Redaktion des KI.KA kennen gelernt. Sie drehten einen Kurzfilm über ein muslimisches Mädchen in Deutschland. Auch privat verstanden sie sich sehr gut. Da wollte Peter auch mal die Welt ihrer Freundin und Kollegin kennenlernen und bewarb sie sich selbst für das ifa-Praktikum. Acht Wochen lang war sie in Doha, Katar, arbeitete für den Al Jazeera Children’s Channel und entwickelte unter anderem mit Rania El Jammal die Doku-Reihe „One world – five senses“, in der ein arabisches und ein deutsches Mädchen sich gegenseitig besuchen und die jeweils andere Kultur erfahren. Zurück in Deutschland konnte Anne-Kristin Peter viele ihrer interkulturellen Einblicke in ihren Beruf einbringen: Sie ist in ihrer Redaktion inzwischen „Fachfrau“ für Projekte im Ausland beziehungsweise für das Thema „Integration“. Derzeit sind mehrere Projekte in Arbeit, die das Leben von Jungen und Mädchen, die Geschichte der arabischen Welt und des Nahen Ostens zum Thema haben. Und natürlich steht Ann-Kristin Peter auch weiter in Kontakt mit Rania El Jammal – über Mail und SMS. Beide hoffen, dass sie bald wieder ein gemeinsamen Projekt starten können.

28.10.2009
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