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Comebacks für die Bundesliga

Von Stefan Reichart

Comebacks á la Schumacher auch in der Bundesliga?

Comebacks á la Schumacher auch in der Bundesliga?

„Haach de Klicker ins Goal enei!“, hat mein Trainer immer zu mir gesagt. So einfach ist Fußball. „Hau den Ball ins Tor hinein!“ Oder hat Ihrer statt dessen gesagt: „Bitte widerrufe Deinen Rücktritt und komm’ zurück, wir brauchen Dich!“? Wenn Sie Ihre Karriere beendet hatten und die Mannschaft in Not geriet, dann bestimmt.

Das Sportwochenende in Deutschland stand ganz im Zeichen des Michael-Schumacher-Comebacks. Der siebenmalige Weltmeister ist zurück auf der Rennstrecke und will es nochmal wissen. Für sein neues Team Mercedes GP startete er nach vier Jahren Unterbrechung am gestrigen Sonntag in Bahrain und wurde Sechster.

Auf Michael Schumacher lastet ein enormer Druck. Die deutschen Fans und die Geldgeber von Mercedes erwarten von ihm nicht weniger als den Weltmeistertitel. Die Konkurrenten sind angespornt, den erfolgreichsten Piloten der Renngeschichte zu schlagen. Mit Jenson Button, Lewis Hamilton und Fernando Alonso lechzen drei Weltmeister nach dieser ultimativen Herausforderung. Doch Schumacher spürt diesen Druck vielleicht gar nicht. Wahre Champions brauchen diesen Kick.

Auch im Fußball würden die Fans sicher gerne noch einmal große Stars bewundern. Im Laufsport Fußball ist das natürlich ab einem gewissen Alter ausgeschlossen, doch träumen darf man ja wohl. Pélé, Maradona oder Zidane ein letztes Mal zaubern zu sehen – das wäre fantastisch.

In der Fußball-Bundesliga gibt es jedenfalls Mannschaften, die sich das Comeback eines verdienten Stars wünschen würden. Manche Teams könnten das sogar gut gebrauchen.

So würden sich die Münchener Bayern Oliver Kahn zurück wünschen. „Der Titan“ war einfach der beste deutsche Torhüter der letzten Jahre. Der Rekordmeister sucht noch immer einen würdigen Nachfolger. Hans-Jörg Butt wird dies nach Fehlgriffen wie zuletzt in der Champions League in Florenz nicht werden. Und trotz des 2:1-Sieges gegen Freiburg, die Abwehr um van Buyten und Badstuber war nicht besonders sattelfest. Eine ordnende Hand á la Franz Beckenbauer wäre da hilfreich.

Auch weniger prominente Teams bräuchten Verstärkung. Borussia Mönchengladbach zum Beispiel könnte sich die Rückkehr von Günter Netzer erhoffen. Der Mittelfeldstratege aus Borussias großer Zeit in den 1970ern wäre genau der Richtige gewesen, um Geradlinigkeit und Torgefahr gegen den VfL Wolfsburg auszustrahlen. So aber gingen die Gladbacher 0:4 unter. Außerdem hätte ein fußballerisches Netzer-Comeback noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Er würde von der Fernseh-Bildfläche verschwinden. Immer unerträglicher werden Netzers kindische Kappeleien mit Co-Moderator Delling in der ARD während seiner Analysemonologe bei Länderspiel-Übertragungen.

Bundesliga-No-Name VfL Bochum hätte gut die Dienste von Ex-Torjäger Stefan Kuntz gebrauchen können. Der Stürmer, der durch seine Zeit in Kaiserslautern und die Europameisterschaft 1996 bekannt wurde, hatte schon 1986 durchschlagenden Erfolg. Beim VfL Bochum wurde er Bundesligatorschützenkönig. Ohne Kuntz setzte es im Revierduell mit Dortmund aber eine 1:4-Niederlage bei wenig eigener Torgefahr.

Karl-Heinz Körbel wäre passend gewesen, um Eintracht Frankfurt die 1:2-Pleite in Hannover zu ersparen. Der eisenharte Verteidiger spielte in den 1970er und 1980er Jahren 602-mal für die Eintracht und ist Bundesliga-Rekordspieler. Er hätte den Abwehrverbund zusammengehalten. So aber freut sich Hannover über einen Silberstreif am Abstiegshorizont.

Hätte der FC Schalke 04 einen Wunsch frei und könnte sich ein Comeback erbitten, Schalke würde bestimmt keinen Spieler wählen, sondern sich das Comeback „der Schale“ erträumen. Endlich die Meisterschaft gewinnen. Nach 52 Jahren. Mit dem 2:1 gegen Stuttgart sind die Schalker auf einem guten Weg. Das direkte Duell mit Tabellenführer München steht noch aus. Trainer Felix Magath ist auf dem besten Weg seinen Überraschungscoup aus dem letzten Jahr mit Wolfsburg in Gelsenkirchen zu wiederholen.

Und was würde sich Hertha BSC Berlin wünschen? Das man die Zeit zurückdrehen und die Saison auf Anfang setzen könnte! Denn nach der 1:2-Heimniederlage gegen Elendskonkurrent Nürnberg schwinden die Hoffnungen auf den Klassenerhalt. 57000 Zuschauer vermochten nicht die Herthaner zum Sieg zu treiben. Das war wohl das letzte Aufbäumen – bei Spielern und Anhängern. „Haach de Klicker ins Goal enei!“ – auch in der zweiten Liga.

Wer soll denn nach Deiner Meinung ein Comeback in der Bundesliga geben? Schreibe einen Kommentar in unseren Blog unter http://blog.magazine-deutschland.de

For an english Bundesliga blog click http://blog.young-germany.de

Die Ergebnisse des 26. Spieltags im Überblick:

FC Schalke 04   -  VfB Stuttgart  2:1

Borussia Mönchengladbach   -  VfL Wolfsburg  0:4

VfL Bochum   -  Borussia Dortmund  1:4

1. FSV Mainz 05   -  1. FC Köln  1:0

Hannover 96   -  Eintracht Frankfurt  2:1

Hertha BSC Berlin  -  1. FC Nürnberg  1:2

Bayern München   -  SC Freiburg  2:1

1899 Hoffenheim   -  Werder Bremen  0:1

Bayer Leverkusen   -  Hamburger SV  4:2

Tabelle

1   Bayern München   56 P

2   FC Schalke 04   54 P

3   Bayer Leverkusen   53 P

4   Borussia Dortmund    45 P

5   Hamburger SV    43 P

6   Werder Bremen  42 P

7   1. FSV Mainz 05 38 P

8   VfL Wolfsburg   37 P

9   VfB Stuttgart     35 P

10   Eintracht Frankfurt   35 P

11   1899 Hoffenheim    32 P

12   Borussia Mönchengladbach   30 P

13   1. FC Köln   27 P

14   VfL Bochum   27 P

15   1. FC Nürnberg  24 P

16   Hannover 96    23 P

17   SC Freiburg  20 P

18   Hertha BSC Berlin 15 P

 

15.03.2010
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