Zu der großen Delegation, die Bundeskanzlerin Angela Merkel im Juli zu den 12. deutsch-russischen Regierungskonsultationen ins russische Jekaterinburg begleitete, gehörte auch Deutschlands Forschungsministerin Annette Schavan. Während die Kanzlerin und Präsident Dimitri Medwedew unter anderem die wirtschaftliche Partnerschaft der beiden Länder hervorhoben, gaben Ministerin Schavan und ihr Amtskollege, der russische Bildungs- und Wissenschaftsminister Andrej Fursenko, ein Zukunftsprojekt bekannt: 2011 wird zum deutsch-russischen Wissenschaftsjahr. Schavan betonte: „Ein solches Wissenschaftsjahr verleiht der Vielfalt deutsch-russischer Bildungs- und Forschungskooperationen eine besondere Sichtbarkeit.“
Sowohl die Ministerien als auch Forschungsmanager und Wissenschaftler beider Länder werden sich auf Konferenzen, Messen und öffentlichen Veranstaltungen besser kennenlernen und gemeinsame Projekte anstoßen. Ähnliche bilaterale Projekte Deutschlands, etwa mit Ägypten, Israel und China, brachten in der Vergangenheit bereits wertvolle Impulse für die Wissenschaft. Gegenwärtig läuft noch das deutsch-brasilianische Wissenschaftsjahr, das unter anderem die Zusammenarbeit bei umweltfreundlichen Technologien betont.
Hier gibt es auch im deutsch-russischen Verhältnis bereits Anknüpfungspunkte. So vereinbarten beide Länder während der Regierungskonsultationen im Rahmen des Förderschwerpunkts CLIENT zusammenzuarbeiten, mit dem Deutschland weltweit Projekte für nachhaltige Klimaschutz- und Umwelttechnologien unterstützt. Im Rahmen der 2005 vereinbarten Strategischen Partnerschaft in Bildung, Forschung und Innovation kooperieren beide Länder zudem in der Bio-, Nano- und Kommunikationstechnologie, ebenso in der Meeres- und Polarforschung. Auch unterstützt Russland die Errichtung des Schwerionenbeschleunigers FAIR, der unter Federführung des Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung GSI bei Darmstadt entsteht. Die physikalische Grundlagenforschung hat Zukunftspotenzial: Noch vor der offiziellen Ankündigung des deutsch-russischen Wissenschaftsjahres vereinbarten die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und die russische Forschungsorganisation ROSATOM, ihre Zusammenarbeit hier weiter auszubauen.////














