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Beispielhafte Kooperation

Anfang November 2011 wurde der erste Strang der Nord-Stream-Pipeline im mecklenburgischen Lubmin in Betrieb genommen: ein weiterer, wichtiger Baustein in den deutsch-russischen Energiebeziehungen.

„Dieses Projekt ist beispielhaft für die Kooperation zwischen Russland und der Europäischen Union, und das auf einem Gebiet, das eine wesentliche Voraussetzung für funktionierende Wirtschaftsnationen bedeutet, nämlich auf dem Gebiet der Energieversorgung.“ Gleich zu Beginn ihrer Rede anlässlich der Eröffnung des ersten Strangs der Nord-Stream-Pipeline betonte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bedeutung des Projekts für die europäisch-russischen Beziehungen. Das wurde am 8. November auch durch die Anwesenheit der Staats- und Regierungschefs der Länder deutlich, aus denen die Anteilseigner des Projekts stammen. Neben Angela Merkel und Russlands Staatspräsident Dimitri Medwedew waren auch die Premierminister Frankreichs und der Niederlande, François Fillon und Mark Rutte ins mecklenburgische Lubmin gekommen. Ebenso Günther Oettinger, deutscher EU-Kommissar für Energie, der auf die durch Nord Stream verbesserte Transportqualität für Erdgas verwies.

Bereits mit dem nun in Betrieb genommenen Strang können zusätzliche 27,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland transportiert und dann vor allem auch nach Frankreich, in die Niederlande, nach Belgien, Dänemark und Großbritannien weitergeleitet werden. Mit der für Ende 2012 geplanten Fertigstellung des zweiten Leitungsstrangs wird die Pipeline jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas transportieren. Das bedeutet Energie für mehr als 25 Millionen europäische Haushalte. Die Europäische Union könnte somit für voraussichtlich mindestens 50 Jahre mit dem CO2-armen, umweltfreundlichen Energieträger Erdgas versorgt werden. Mit dem Einsatz modernster Technik – Bundeskanzlerin Merkel sprach in Lubmin von „Höchsttechnologie“ – soll auch eine möglichst effiziente Energieversorgung gewährleistet werden.

Das Nord-Stream-Projekt ist ein weiterer Baustein in den vielfältigen, wechselseitigen Beziehung Deutschlands und Russlands in den Bereichen Energieeffizienz und Energiesicherheit. Beide Punkte stehen auch im Mittelpunkt der Arbeit der Russisch-Deutschen Energieagentur rudea, die seit 2009 von Moskau aus agiert. Gegründet wurde die rudea vom russischen staatlichen Kohlenwasserstoff Fond und der Deutschen Energie-Agentur (dena) in enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Energie der Russischen Föderation und dem deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie. Zu den Projekten der rudea zählt etwa das von der dena entwickelte Konzept für Energieeffizienz und erneuerbare Energien bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014. Diese, so das Konzept, könnten klimaneutrale Spiele werden – und somit zu einem Erfolg im Kampf gegen den Klimawandel. Grundsätzlich arbeitet die rudea daran, Energieeffizienz-Technologien in allen Bereichen der russischen Wirtschaft einzuführen und setzt dabei insbesondere auf die Innovationskraft deutscher Unternehmen.

Wie intensiv und wechselseitig die deutsch-russischen Energie-Beziehungen auch in Zukunft sein könnten, machte Russlands Energieminister Sergej Schmatko kurz nach der feierlichen Nord-Stream Eröffnung im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ deutlich. Ziel Russlands sei eine vertiefte Energiepartnerschaft in Form eines bilateralen Abkommens mit Deutschland:„Es muss zu einer Annäherung kommen. Das ist im Interesse beider Seiten“, so Schmatko. Er verwies darauf, dass Deutschland nach dem beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie alternative Kraftwerke benötige. Binnen eines halben Jahres könne die Regierung Russlands zusammen mit der russischen Energiewirtschaft und deutschen Technologieanbietern wie Siemens einen entsprechenden Plan ausarbeiten. In vier Jahren könnten die ersten Kraftwerke stehen.///

14.12.2011
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