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„Aufbau Ost“: Erfolg mit Zukunft

Von der DDR zum „Powerhouse Eastern Germany“: Ostdeutschland hat aufgeholt. Beim privaten Wohlstand wie auch in Wirtschaft und Wissenschaft

VON JOHANNES GÖBEL

Zwanzig Jahre können viel verändern. Aus der DDR ist das „Powerhouse Eastern Germany“ geworden. Mit dem Titel wirbt Deutschland international erfolgreich um Investoren für die neuen Bundesländer. Ausländische Firmen entdecken Ostdeutschland mehr und mehr als attraktiven Standort. Allein die USA sind hier heute mit rund 300 Firmen vertreten. Da ist etwa der Chiphersteller AMD, der bereits mehr als 6 Milliarden Dollar in Dresdner ­Fabriken investiert hat. Mitten im Top-Zentrum der Mikroelektronik: „Silicon Saxony“. Noch ein Titel, der zeigt, wie viel sich verändert hat. Nicht nur für Investoren, sondern vor allem für die Menschen im Osten.

Die Lebensverhältnisse der meisten Deutschen in Ost und West hatten sich bereits während der 1990er-Jahre angeglichen. Ob bei den Wohnverhältnissen, der Zahl der Pkw oder der Ausstattung der Haushalte mit Computern: Heute gibt es kaum noch Unterschiede. Das reale Haushaltseinkommen im Osten hat etwa 80 bis 85 Prozent des Westniveaus erreicht. Zwar liegt die Arbeitslosenquote mit zuletzt 12,1 Prozent noch fast doppelt soch hoch wie im Westen (6,6 Prozent). Doch vor allem in Wirtschaftszentren wie Dresden, Chemnitz und Leipzig ist die Beschäftigungsdichte mittlerweile höher als in manchen westdeutschen Regionen. Die Verkehrs- und Telekommunikationsinfrastruktur im Osten zählt zudem zu den modernsten weltweit. Auch hier zeigen sich die Erfolge des „Aufbau Ost“, der seit 1990 durch einen Nettotransfer von bisher 1,6 Billionen Euro ermöglicht wurde. Auch in Zukunft unterstützt der Bund den Osten durch immense Sonderzahlungen. Allein der 2005 geschlossene Solidar­pakt II sichert den neuen Ländern bis 2019 156 Milliarden Euro zu. Dabei werden die Zahlungen in den kommenden Jahren kontinuierlich sinken.

Nicht nur die Leuchtturmprojekte in „Silicon Saxony“ legen es nahe, dass der Osten in Zukunft immer weniger auf finanzielle Unterstützung angewiesen sein wird. Etabliert ist auch das weite „Solar Valley“ zwischen Halle, Dresden und Frankfurt/Oder. Im September 2009 wurde im brandenburgischen Luckenwalde Europas größte Solarmodulproduktion eröffnet. Auch Bitterfeld in Sachsen-Anhalt, einst Braunkohlerevier der DDR, hat sich zu einem Zentrum der Solarindustrie entwickelt. Und das 1990 gegründete Jenaer Unternehmen Jenoptik hat längst Weltruf erlangt, zum Beispiel in den Bereichen Lasertechnik und Optische Systeme. Hierzu passt das Kompetenzdreieck Optische Mikrosysteme zwischen Jena, Ilmenau und Erfurt, ein interdisziplinäres Forschungsnetzwerk. Solche Zentren bilden die Basis für Innovationen. Und sie lassen in allen neuen Bundesländern auf weiteren Fortschritt hoffen. ///

28.07.2010
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