Dienstag, 22.05.2012 03:22

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Fast 15 Jahre lang war eine 58-Jährige US-Amerikanerin infolge eines Hirnschlages gelähmt. Mithilfe eines vom Deutschen...weiter

Schriftstellerin Felicitas Hoppe erhält den Georg-Büchner-Preis 2012

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den mit 50.000 Euro dotierten Georg-Büchner-Preis 2012 an die...weiter

Hamburg beging den 823. Hafengeburtstag -Schiffstaufe der AIDAmar

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DIE CHRONIK: 1990 – 2010

20 deutsche Jahre - 1990 bis 2010

Deutschland feiert: den 20. Jahrestag der Wiedervereinigung und 20 Jahre des Zusammenwachsens zwischen Ost und West. Ein Rückblick auf zwei bewegende Jahrzehnte.

1990 – Deutschland ist vereint. Am 3. Oktober tritt der Vertrag zur Deutschen Einheit in Kraft: Die wieder gegründeten Länder der DDR treten dem Geltungsbereich des Grundgesetzes bei. Zuvor hatte der Zwei-plus-Vier-Vertrag zwischen den Außenministern der beiden deutschen Staaten und den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs den Weg zur Wiedervereinigung geebnet.

1991 – Neuer Regierungssitz. Im Januar findet im Berliner Reichstagsgebäude die konstituierende Sitzung des ersten gesamtdeutschen Bundestags statt. Anschließend tagen die Volksvertreter wieder in Bonn. Doch am 20. Juni stimmt der Bundestag für Berlin als neuen Parlaments- und Regierungssitz. Acht Jahre später ziehen die Parlamentarier schließlich in das Reichstagsgebäude ein.

1992 – Vergangenheitsbewältigung. Die Bürger erhalten Zugang zu den Aktenbergen des DDR-Ministeriums für Staats­sicherheit, das sie jahrzehntelang bespitzelte. Die Behörde des Stasi-Bundesbeauftragten Joachim Gauck wird mit Anträgen auf Akteneinsicht überflutet.

1993 – „Aufbau Ost“. Am 13. März wird der Solidarpakt Ost (später Solidarpakt I) beschlossen. Durch ihn erhalten die fünf neuen Bundesländer bis Ende 2004 insgesamt 94,5 Milliarden Euro für den wirtschaftlichen „Aufbau Ost“. Von 2005 bis 2019 sichert der Solidarpakt II den neuen Ländern weitere156 Milliarden Euro zu.

1994 – Abschied der Alliierten. Unter großem Beifall der Berliner Bevölkerung veranstalten die westalliierten Truppen am 18. Juni eine letzte gemeinsame Parade; ihre Präsenz in der Hauptstadt endet offiziell am 8. September. Auch die letzten russischen Soldaten verlassen Berlin – und verabschieden sich mit einem auf Deutsch gesungenen Marschlied.

1995 – Spektakuläre Kunstaktion. Chris­to und Jeanne-Claude verhüllen für zwei Sommerwochen das Berliner Reichstagsgebäude. Die Aktion lockt rund fünf Mil­lionen Menschen an: ein kultureller Höhepunkt für die wiedervereinigte Stadt.

1996 – Moderne Berliner Mitte. Die völlige Neugestaltung des Potsdamer Platzes in Berlin nimmt Fahrt auf. Doch bevor Star-Architekten wie Renzo Piano und ­Arata Isozaki ihre Kunstwerke vollenden, dirigiert Daniel Barenboim am 26. Oktober ein „Ballett der Kräne“.

1997 – Berlin bebt. Die Love Parade zählt am 12. Juli erstmals über eine Million Teilnehmer. Aus aller Welt kommen Techno-Fans, um zu elektronischen Beats über die Straße des 17. Juni zu ziehen.

1998 – Mahnmal Mauer. Als erstes Element der Gedenkstätte Berliner Mauer wird am 13. August ein Denkmal zur Erinnerung an die deutsche Teilung und die Opfer des Mauerbaus eingeweiht. Zwei Stahlwände schließen einen Abschnitt der Mauer ein. 1999 ergänzt ein Dokumentationszentrum das Denkmal; 2000 kommt die Kapelle der Versöhnung hinzu. 

1999 – Kulturelle Krönung. Weimar, Stadt der Dichterfürsten Goethe und Schiller, ist Europäische Kulturhauptstadt. Das einstige Zentrum der Deutschen Klassik und der Bauhaus-Kunst begeistert seine Besucher. 1999 kommen sieben Millionen Tagestouristen.

2000 – Deutsche Expo. Vom 1. Juni bis zum 31. Oktober findet die erste Weltausstellung in Deutschland statt: die „EXPO 2000“. Die Messestadt Hannover lädt die Welt unter dem Motto „Mensch – Natur – Technik“ ein. Rund 18 Millionen Menschen besuchen die Expo.

2001 – Bayern ist Nummer eins. Der FC Bayern München, der international bekannteste deutsche Fußballclub, gewinnt am 23. Mai die Champions League. Nach der Krone des europäischen Vereinsfußballs holen die Münchner sechs Monate später auch den Weltpokal.

2002 – Solidarität in der Not. Nach heftigen Regenfällen kommt es in Deutschland zu Überschwemmungen. Vor allem die ostdeutschen Länder an der Elbe sind betroffen. Doch ganz Deutschland hilft: Freiwillige aus dem gesamten Bundesgebiet unterstützen Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Deutsches Rotes Kreuz und Bundeswehr; 500 Millionen Euro werden gespendet.

2003 – Jahrhundertsommer. Eine Hitzewelle sorgt für den wärmsten August seit Beginn der Klimabeobachtungen. Der Rhein erreicht neue Rekordtiefstände.

2004 – Europäischer Brückenschlag. Am 1. Mai tritt die EU-Erweiterung um zehn vorwiegend mittel- und osteuropäische Staaten in Kraft. Am Grenzübergang Frankfurt/Oder – Slubice feiert Deutschland mit seinem Nachbarn und neuen EU-Partner Polen. Der deutsche und der polnische Außenminister reichen sich auf der Oder-Brücke zwischen beiden Städten die Hand.

2005 – Friedenssymbol Frauenkirche. 60 Jahre nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erstrahlt die wiedererrichtete Dresdner Frauenkirche in neuem Glanz. Am 30. Oktober wird sie geweiht.

2006 – Fröhliches Fußballfest. Die WM der Männer wird für Gastgeber Deutschland zum sportlichen „Sommermärchen“. Zwar scheitert das deutsche Team im Halbfinale am späteren Titelträger Italien. Doch die fröhlich-friedliche Stimmung im Land sorgt für ein wahres Fußballfest. 

2007 – Globaler Gipfel. Im mecklenburgischen Ostseebad Heiligendamm treffen sich die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten und Russlands. Im Mittelpunkt des G8-Gipfeltreffens stehen Beratungen über eine globale Klimaschutzstrategie sowie über Hilfsmaßnahmen für Afrika zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose.

2008 – Bonn gegen Biopiraterie. Im Mai tagt in Bonn die 9. VN-Konferenz zum Schutz der biologischen Vielfalt. Vor allem der Biopiraterie sagen die Mitgliedsstaaten den Kampf an. Deutschland hat bis zur Nachfolgekonferenz im Oktober 2010 in Japan die Präsidentschaft der Konvention inne – und will sich weiterhin gegen die Ausbeutung ­biologischer Ressourcen einsetzen.

2009 – Feier des Mauerfalls. Deutschland feiert den 20. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November mit Gästen aus aller Welt. Ein imposantes Feuerwerk erstrahlt am Himmel über dem Brandenburger Tor. Zuvor waren symbolträchtig 1000 überdimensionale Dominosteine zu Fall gebracht worden.

2010 – Zukunftsvision. „Better City, Better Life“ heißt das Motto der Expo in Shanghai, China. Deutschland präsentiert den umweltfreundlichen Pavillon „balancity“, der für das Gleichgewicht zwischen Natur und moderner Stadt steht.

2010 – Lena Superstar. Sie ist das junge Gesicht Deutschlands, das Gesicht der „Generation Einheit“: Lena Meyer-Landrut, ein halbes Jahr nach der Wiedervereinigung in Hannover geboren, verzaubert Deutschland und Europa. Die 19-Jährige gewinnt mit ihrem Lied „Satellite“ den Eurovision Song Contest in Oslo – mit großem Abstand. Mehr als 120 Millionen Menschen auf dem ganzen Kontinent sehen zu. Deutschland feiert, Europa staunt. Außenminister Guido Westerwelle kommentiert: „Ob gewollt oder nicht, Sie sind eine Botschafterin für unser Land, die in einer Nacht so manches althergebrachte Vorurteil sympathisch widerlegt hat.“

Dabei war Lena noch vor wenigen Wochen eine ganz normale Abiturientin. In einer Castingshow setzte sie sich durch, Rock­poet Marius Müller-Westernhagen erkannte schon früh: „Die Menschen werden dich lieben!“ Was ist Lenas Geheimnis? Sie hat Witz und herben Charme, nimmt sich nicht zu ernst. Und sie schwimmt nicht mit der Menge, hat ihren eigenen Kopf. Kurz: Sie ist echt und hat Charisma – dafür gibt es kein Rezept. ///

21.05.2010
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